Shownotes
In der heutigen Folge sprechen wir über:
- Bürgertum
- Vereine
- Freiheitslied
- Zensur
- Nationalversammlung
- Nationalstaat
- Verfassung
- Wahlrecht
- Menschen- und Bürgerrechte
- Gegenrevolution
Transkript
Terror und Verfolgung im Nationalsozialismus
Willkommen bei geschichtslehrer.net. In diesem Podcast bereiten wir uns fachkundig und kurzweilig auf Klausuren im Fach Geschichte vor. Heute geht es um den Terror des Nationalsozialismus, aber auch um den Widerstand gegen dieses autoritäre System.
Terror und Verfolgung waren im Nationalsozialismus Staatsprogramm. Schon kurz nach der Machtübernahme entstanden die ersten Konzentrationslager. Damals wurden sie oft als KL abgekürzt, heute hat sich die Bezeichnung KZ durchgesetzt. Man kann sie sich als eine Art großes improvisiertes Gefängnis vorstellen – aus Baracken oder umfunktionierten Bauernhöfen. Die Nationalsozialisten waren dabei nicht wählerisch.
Zunächst landeten dort politische Gegner wie Kommunisten und Sozialdemokraten. Später traf es jeden, der nicht ins Weltbild der Nationalsozialisten passte: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle oder Menschen, die den Nationalsozialismus aus religiösen Gründen ablehnten, wie die Zeugen Jehovas.
Ein besonders grausames Beispiel für die nationalsozialistische Ideologie der „Volksbiologie“ war die sogenannte Euthanasie. Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen wurden als „lebensunwert“ eingestuft und zwangssterilisiert. Die Begründung lautete, ihre Gene seien so „schlecht“, dass eine Fortpflanzung verhindert werden müsse. Später ging man zur systematischen Ermordung über. Der Begriff „Euthanasie“ ist dabei irreführend – er stammt aus der Tätersprache und bedeutet wörtlich „schöner Tod“. In Wahrheit wurden die Opfer in umgebauten LKWs mit Giftgas erstickt.
Da viele der Betroffenen Deutsche mit Familien und Freunden waren, führte ihr plötzlicher Tod – offiziell oft als „Herzversagen“ deklariert – zu Verdacht. Als die Bevölkerung und vor allem die Kirchen von den Verbrechen erfuhren, regte sich so großer Widerstand, dass die Nationalsozialisten das Programm zunächst einstellten. Während des Krieges setzten sie es jedoch rücksichtsloser fort.
Die Reichspogromnacht
Ein entscheidender Wendepunkt der Gewalt gegen Juden war die Reichspogromnacht am 9. November 1938. In ganz Deutschland wurden Synagogen angezündet, jüdische Geschäfte geplündert und tausende Menschen misshandelt – auf offener Straße zusammengeschlagen oder gedemütigt.
Die Nationalsozialisten stellten diesen Pogrom als spontanen „Volkszorn“ dar. In Wahrheit war er von der NSDAP organisiert. Dass er ausgerechnet am 9. November stattfand, ist kein Zufall: Der 8. November war ein wichtiger Gedenktag der NSDAP, an dem sich die Führung in München versammelte – ideal, um Befehle auszugeben.
Widerstand gegen das NS-Regime
Angesichts dieser Grausamkeiten stellt sich die Frage: Gab es Widerstand? Ja, aber er war lebensgefährlich. Einzelne Personen wie der Schreiner Georg Elser, der 1939 ein Attentat auf Hitler verübte, oder die Geschwister Scholl von der Weißen Rose, die Flugblätter verteilten, bezahlten ihren Mut mit dem Leben. Auch das Attentat vom 20. Juli 1944, angeführt von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, scheiterte – die Beteiligten wurden hingerichtet.
Diese Menschen zeigten, dass es auch in dieser dunklen Zeit noch einen anderen Geist gab. Doch die große Mehrheit trug den Nationalsozialismus schweigend mit – aus Angst, Überzeugung oder Gleichgültigkeit.
Damit endet unsere Folge zu Terror und Widerstand im Nationalsozialismus. In der nächsten Folge findet ihr eine Zusammenstellung der bisherigen Folgen, die besonders für die Klausurvorbereitung geeignet sind. Danach geht es weiter mit dem Zweiten Weltkrieg, dem Holocaust und dem geteilten Deutschland.
Vielen Dank fürs Zuhören – bleibt uns treu!